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HDTV muss ins Kabel

Fernsehen in Deutschland soll zumindest technisch durch hochauflösendes TV (HDTV) besser werden. Diese Technik liefert attraktivere Bilder durch eine fünffach höhere Auflösung, eine andere Bildabmessung, die dem menschlichen Sehverhalten mehr entspricht, und einen viel besseren Ton als die bisherige.

Die Geräteindustrie ist von HDTV begeistert, da es in den Haushalten Investitionen in neue Bildschirme, Receiver und DVD-Spieler auslösen soll. Private Bezahl- oder Werbesender versprechen sich neue Kunden infolge einer Differenzierung gegenüber nur im alten Format ausgestrahlten Programmen. Deshalb beginnen jetzt Premiere und Pro Sieben Sat 1 mit der HDTV-Ausstrahlung per Satellit.

Nur die Betreiber von Kabel-TV-Netzen, die hier zu Lande über 60 Prozent aller Haushalte mit Rundfunk versorgen, wollen nicht so recht investieren, um ihre Transportwege HDTV-fähig zu machen. Sie können durch die neu Technik zwar ihre Abonnenten davon abhalten, zum terrestrischen Digital-TV oder zum TV-Bezug über DSL abzuwandern, weil diese Empfangswege nicht HDTV-tauglich sind. Neukundenumsätze winken ihnen aber wegen ihres hohen Versorgungsanteils kaum.

Die Geräteindustrie sollte HDTV-Investitionsanreize für Kabelnetzbetreiber schaffen, indem sie ihnen zeitlich befristet eine zweckgebundene Umsatzbeteiligung an jedem verkauften HDTV-Gerät einräumt. Private TV-Sender sollten den Netzbetreibern vorübergehend höhere Einspeiseentgelte für HDTV-Programme zahlen. Nur durch solche Allianzen gewinnen alle Beteiligten - ohne dies wird HDTV nicht rasch die kritische Masse für ein profitables Geschäft erreichen.

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