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Keine Porno-Pause

Die Online-Pornoindustrie soll eine Heimat erhalten: Die Internet-Domain-Verwaltung Icann will die Domäne .xxx als Rotlichtbezirk im Netz zulassen.

Lassen sich schlüpfrige Inhalte einer einheitlichen IP-Adresse zuordnen, könnte der Zugang zu ihnen leichter gesperrt werden, lautet das Kalkül. Am Mittwoch sollten die .xxx-Domains freigeschaltet werden. Doch sittenstrenge Amerikaner und freizügige Brasilianer laufen Sturm gegen die Pläne der Icann. Erstere, weil sie befürchten, dass ihre Landsleute verführt würden. Letztere, weil sie verführt werden wollen. Dinge, die anderswo als Pornografie bezeichnet würden, seien in Brasilien Teil der Kultur, argumentierten die Vertreter des Landes während der Icann-Verhandlungen.

Letztlich ist die Diskussion müßig. Internet-Inhalte, ob pornografisch oder nicht, lassen sich nicht eingrenzen oder wegsperren. Wer eine "gefährliche" Lücke an der einen Stelle schließt, wird schnell feststellen, dass sie anderswo wieder auftaucht. Dies ist das große Plus des World Wide Web und eine Eigenschaft, die nun einmal jeder für sich nutzen kann - egal, ob er Widerstandskämpfer, Terrorist oder Pornohersteller ist. Jeder, der versucht, den Wildwuchs der Informationen und Inhalte einzudämmen, ist ein Träumer. Er sollte sich lieber darum kümmern, dass Kinder und Jugendliche lernen, mit der Vielfalt des Netztes verantwortungsvoll umzugehen.

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