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Köder für Kinder

In einer Kampagne von Microsoft soller Kinder darstellen, wie "Diebe geistigen Eigentums" Wirtschaft und Gesellschaft schädigten. Doch der Begriff "geistiges Eigentum" ist dabei völlig deplaziert deplatziert.

Die Gedanken sind frei". Bis in die Führungsebene von Microsoft haben es derlei Binsenweisheiten noch nicht geschafft. Derzeit läuft in Großbritannien eine Kampagne von Microsoft mit dem Titel "Thought Thieves". Kinder ab 14 Jahren sollen in einem Filmwettbewerb darstellen, wie "Diebe geistigen Eigentums" Wirtschaft und Gesellschaft schädigten. Der Sieger bekommt umgerechnet 2900 Euro. Zunächst einmal: Beim "geistigen Eigentum" handelt es sich um ein undefinierbares Sammelsurium, das sich aus Urheberrecht, Softwarepatenten und Warenzeichen speist. Über Begriffe wie "Piraten" wird eine Kriminalisierung suggeriert. Auch sachlich ist der Begriff "geistiges Eigentum" deplatziert - suggeriert er doch, Wissen könne wie physikalische Produkte einen "Eigentümer" haben, der geschädigt würde, würde ein anderer über gleiches Wissen verfügen.

Was für ein Unsinn das ist, führen uns die Gelehrten seit Jahrtausenden vor: Ohne den freien Austausch untereinander würde sich der Fortschritt heute nicht mit Überschallgeschwindigkeit, sondern im Schneckentempo bewegen. Schlimm sind daher die Werte, die Kindern mit dieser Kampagne vermittelt werden: "Wenn Du etwas weißt, sag?s ja nicht weiter". Würde dieser Köder angenommen, gingen den heute kreativen Kindern womöglich tatsächlich die Ideen aus.

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