Navigator
Kofler watscht Fußballer ab

Im Vergleich zu früher, als Georg Kofler noch im Schatten seines Ziehvaters Leo Kirch stand, ist der Premiere-Manager heute nicht mehr so leicht aus der Ruhe zu bringen. Wenn es aber um Fußball und Geld geht, wird der gebürtige Südtiroler noch immer schnell hitzig.

Denn Fußball soll die Zahl der Premiere-Abonnenten in die Höhe treiben - und dem Unternehmen zu einer goldenen Zukunft verhelfen. Kofler schmiedet daher Pläne, die Champions-League ab 2006 exklusiv auszustrahlen. Pech für die Millionen Nichtabonnenten. Die würden nämlich in die Röhre gucken.

Das Vorhaben stößt allerdings auf erbitterten Widerstand der Vereine. Der mächtige FC Bayern München lehnt die Exklusivitätsansprüche ab. Angesichts der Werbe- und Sponsoreneinnahmen sind die Vereine auf Übertragungen der Champions League und der Fußball-Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen angewiesen. "Herr Kofler wird sich noch wundern, welch harte Verhandlungen er da noch vor sich hat", sagt Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Koflers Angebot ist einfach: Mehr Geld gibt es nur für mehr Exklusivität. Als Finanzier des deutschen Fußballs hat er für die immer neuen Störmanöver der Bayern keinerlei Verständnis. "Ich muss aufhören, sonst rede ich mich in Rage", bekennt er auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin. Und wünscht den Bayern zumindest auf dem Fußballplatz eine Niederlage. "Ich fände es toll, wenn Rapid Wien die Bayern schlägt." Ob das hilft?

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%