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Mediale Inszenierung

Mehr als 40 Millionen Euro lassen sich die beiden großen Volksparteien die Werbung im Kampf um die Macht in Berlin kosten. Nicht viel Geld wenn man bedenkt, dass es um die Zukunft einer der wichtigsten Industrienationen der Welt geht.

Allein in den vier Wochen des heißen Wahlkampfes investieren Industrie und Handel in Deutschland rund 1,2 Milliarden Euro in die Bewerbung ihrer Marken und Produkte: Wie wollen es die Parteien da schaffen, eine Schneise der Aufmerksamkeit zu schlagen - zumal mit so pointierten Parolen wie "Deutschlands Chancen nutzen" oder "Vertrauen in Deutschland"?

Während solche Worthülsen im Wind flattern, entwickelt sich Politik zur medialen Personality-Show. Es geht nicht mehr um Freiheit oder Sozialismus, rot oder schwarz, kaum noch um SPD oder CDU. Es geht um die Wahl zwischen zwei Stars, die unterschiedlicher nicht sein können.

Und über Sieg und Niederlage entscheidet die Kunst der medialen Selbstinszenierung. Allensbach hat erforscht, welche Eigenschaften die Menschen den beiden Heroen zuordnen: Merkel ist in den Augen der Deutschen intelligent, mutig, energisch. Schröder ist glänzender Redner, humorvoll - ein fröhlicher Mensch. Genau an diesem Punkt entscheidet sich die Wahl: Welchem dieser beiden Charaktere vertraut man wohl seine Zukunft an, wenn einem das Wasser bis zum Halse steht?

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