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München leuchtet wieder

An Selbstlob wird es nicht mangeln, wenn Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber heute die Münchner Medientage eröffnet. Der Landesvater kann vor seinem Absprung nach Berlin zufrieden sein. Denn der Medienstandort Bayern erlebt eine ungeahnte Renaissance.

Als vor drei Jahren das Firmengeflecht von Leo Kirch zusammen brach, war der Jammer groß. In der weiß-blauen Medienwelt blieb kein Stein auf den anderen. Jobs gingen verloren, Unternehmen zerbrachen. Drei Jahre nach Kirchs Untergang leuchtet München wieder.

Medien-Ikonen wie Pro Sieben Sat 1, Premiere oder EM.TV stehen längst wieder auf gesundem Fundament. Neue Geschäftsmodelle rund um das Telefon wie beim Quizsender Neun Live haben sich etabliert. Unternehmen wie der Satellitenbetreiber SES Astra oder der Kabelkonzern KDG sind nach München gekommen. Die US-Medienriesen wie Disney oder NBC Universal betreiben ihr Geschäft von Bayern aus. Und nun rollt die Gründerwelle im digitalen Fernsehen. Kaum ein Monat vergeht, ohne das nicht ein neuer Kanal in München an den Start geht.

Die Zahlen sind beeindruckend: Mit 2,8 Mrd. Euro werden knapp die Hälfte der Erlöse im deutschen Privatfernsehen in Bayern erwirtschaftet. Rund ein Drittel aller Rundfunkunternehmen haben hier ihren Sitz. Tendenz steigend.

Die Zuversicht ist groß. Das hochauflösende Fernsehen (HDTV) und das TV-Handy sorgen für Phantasie. München wird von den neuen Entwicklungen überdurchschnittlich profitieren. Denn nirgendwo sonst in Deutschland gibt es eine bessere Melange aus Sendern, Produzenten, Telekommunikationsfirmen und Kapitalgebern. Die Medien sind in Bayern wieder wer, wenn Landesvater Stoiber heute leise "Servus" sagt.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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