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Mündig werden

Audi mag seine Blackberrys nicht mehr. Der Blackberry ist ein Gerät zur mobilen Bearbeitung elektronischer Post.

Ohne die Begründung des Konzerns wäre die Information wohl kaum eine Nachricht wert: Es bestünde theoretisch die Möglichkeit für den Gerätehersteller RIM, sich Zugang zu den Interna des Autokonzerns zu verschaffen. Wäre die Software des Blackberry freie Software, gäbe es derartige Bedenken nicht. Szenenwechsel nach Wien: Die Krankenkasse WGKK muss auf Dokumente der Versicherten noch 30 Jahre nach deren Tod zugreifen können. Da sie nicht sicher sein kann, dass der Softwareanbieter nicht bis dahin selbst das Zeitliche gesegnet hat, sind die Wiener daher an einer freien Softwarelösung interessiert, die von jedem beliebigen Serviceunternehmen betreut werden kann.

Noch wichtiger als Spionageschutz und Investitionssicherheit ist das Selbstverständnis: Ein Softwareunternehmen verweigert dem Unternehmer den Einblick in die Prozesse seiner eigenen Firma. Ganz zu schweigen davon, dass er das Recht hätte, diese Prozesse seinen Bedürfnissen anzupassen. Warum in aller Welt sollte ein Unternehmer so viel Geld für seine Entmündigung ausgeben? Und was ist unsere Demokratie wert, wenn sich ihre Software der öffentlichen Kontrolle entzieht?

Wer mündig werden will, kann sich ab Mitte der Woche auf dem GNU/LinuxTag in Karlsruhe über kommerzielle freie Software informieren.

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