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Ohne Mehrwert

"Eine Adresse fürs Leben" wollte die Deutsche Post ihren Online-Kunden bieten. Sogar Einschreiben solle man künftig per Mail verschicken können, hieß es bei der Einführung des kostenlosen Email-Dienstes Epost vor gut vier Jahren.

Doch gegen die Konkurrenz aggressiver Mitbewerber wie Hotmail oder GMX kam die gut alte Post nicht an. Als sie gar versuchte, bisher kostenlose Leistungen wie die Weiterleitung von Emails an Bedingungen zu knüpfen, kündigten viele Nutzer ihren Account.

Nun hat die Post die Epost endgültig eingestellt. Bis Jahresende können Kunden ihre Daten auf ein neues Lycos-Postfach übertragen.

Für die Post ist dieser Schritt ein Armutszeugnis. Obwohl sie mit der Epost etwa zur selben Zeit gestartet ist wie die heute erfolgreichen deutschen Freemail-Anbieter Web.de, GMX und Freenet, hat sie es nicht geschafft, mit ähnlich großen Schritten voranzugehen wie diese Internet-Unternehmen. GMX hat rund 7,5 Mill. regelmäßige Nutzer, Web.de zählt 20 Mill. Postfächer. Allmählich steigt auch die Zahl der Kunden, die nicht nur ihre Emails im Internet kostenlos abfragen, sondern bereit sind, für echten Mehrwert wie zusätzlichen Speicherplatz oder verbesserten Virenschutz Geld auf den Tisch zu legen. Diesen Mehrwert konnte die Post niemals bieten.

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