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Problem Aufschwung

Es klingt wie kleines Wunder: Im ersten Halbjahr 2005 hat das Medium Radio in der Gunst der Werbetreibenden zugelegt.

Zwischen Januar und Juni stiegen die Brutto-Werbeeinnahmen deutscher Privatradiosender um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Endlich, jubiliert die Branche, würden die Firmen die Bedeutung des Radios erkennen. Immerhin ist es das meistgenutzte Medium überhaupt. Mehr als 200 Minuten täglich hören Deutsche Radio - in der Dusche, im Auto, im Job.

Der aktuelle Aufschwung wird aber nicht von Dauer sein. Das Radio profitiert von der konjunkturell unsicheren Lage sowie Programmschwächen beim Fernsehen. Es ermöglicht den Unternehmen zwar durchaus, ihre Verkäufe zu erhöhen. Doch bei der Einführung neuer Produkte oder dem Aufbau von Marken hilft das Radio kaum. Zu billig gemacht ist der massentaugliche deutsche Dudelfunk, zu zersplittert ist der Sendermarkt.

Damit das Medium bei Qualitäts-Kampagnen gebucht wird, müsste sich die Senderlandschaft verändern. Lizenzen müssten neu vergeben, Gesellschafteranteile anders verteilt werden. Konsolidiert sich der Markt, entstehen Spartensender, die Werbekunden mit klar eingegrenzten Zielgruppen locken können.

Die aktuelle Erholung nützt der Branche auf längere Sicht wenig. Sie verdeckt nur den Veränderungsbedarf, den der deutsche Radiomarkt und seine Regulierern, die Landesmedienanstalten, haben.

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