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Schläfer, hört die Signale

Schon mal versucht, in einem Hotelzimmer den Wecker zu stellen? Über die Hälfte der Gäste der amerikanischen Hilton-Hotels schläft schlecht, so eine interne Umfrage, weil sie Angst hat, morgens nicht geweckt zu werden.

Sie wissen schlicht nicht, ob sie wirklich den Wecker richtig programmieren konnten.

Hotels und Gäste haben das Problem - das Armutszeugnis geht aber an die Hersteller von Konsumelektronik. Die haben es schon in über zwanzig Jahren nicht geschafft, uns Videorekorder zu bauen, die man auch als normaler Mensch programmieren kann.

Philips-Chef Gerard Kleisterlee brachte es auf den Punkt, als er in Las Vegas der Branchenprominenz sinngemäß zurief: "Wir bauchen die PC-Branche nicht, um Kunden zu verlieren - die verprellen wir schon selber." Alles so schön kompliziert hier. Die PC-Bauer sollte jedoch nicht vorschnell jubeln: 40 Prozent der Geräte für Heim-Netzwerke werden von US-Kunden zurückgegeben, weil die sie schlicht nicht ans Laufen bekommen, sagt die Yankee-Group. 40 Prozent!

Hilton USA jedenfalls baut bis Juli 250 000 neue Simpel-Wecker ein, die sogar einen Anschluss für MP3- oder CD-Spieler des Gastes haben. Eine gute Idee. Wer für seinen nächsten Hilton-Aufenthalt in den USA üben will, kann sich die digitale Version der Uhr aus dem Web auf den PC laden. Und weil sie so einfach ist, kann man auch nichts einstellen außer der Weckzeit.

Schönheitsfehler: Der virtuelle Zeitknecht weckt nicht immer, wenn die Uhr des PC auf das europäische Zeitformat "24-Stunden" statt auf das US-amerikanische "am-pm" eingestellt ist. Man muss also erst mal den PC an den Wecker anpassen.

Muss ich das jetzt wieder verstehen? Eigentlich nicht. Vielleicht bleibe ich doch lieber beim zusätzlichen Weckruf von der Rezeption. Sicher ist sicher.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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