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Springer rüstet auf

In der Berliner Konzernzentrale der Axel Springer AG herrscht hektisches Treiben: Springer bringt sich in Stellung für einen möglichen "Zeitungskrieg". In dem Verlag laufen die Vorbereitungen für eine konzerneigene Gratiszeitung auf Hochtouren.

Seit Monaten sondieren der norwegische Schibsted-Verlag und die schwedische Metro-Gruppe den deutschen Markt. Die Skandinavier suchen für ihr Gratiszeitungs-Konzept nach Partnern in Deutschland. Dabei kommen selbst Branchenfremde wie RTL ins Grübeln. Eine Kooperation könnte dem Fernsehkonzern neue Geldquellen außerhalb des klassischen Werbegeschäfts erschließen.

So weit will Springer es gar nicht kommen lassen. Sollten ausländische Gratiszeitungen auf dem Markt erscheinen, will "Bild" alle Register ziehen, um den Angriff abzuwehren. Rund eine Million Exemplare einer kostenlosen Boulevardzeitung könnte "Bild" in allen wichtigen Ballungszentren gratis verteilen. Eine Woche als Vorbereitungszeit für den Gegenangriff genügen, heißt es bei

Für den Verlag steht viel auf dem Spiel. Denn der Konzern steht und fällt mit "Bild". Trotz seit Jahren sinkender Auflage glänzt die "Bild"-Gruppe noch mit hohen Gewinnen. "Jeder Tag ohne Gratiszeitung in Deutschland ist ein guter Tag", sagt "Bild"-Verlagschef Christian Nienhaus. Doch die Tage scheinen gezählt. Europas größter Medienmarkt ist für die Skandinavier einfach zu verlockend.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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