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Telefonica-Deal bringt O2 nicht voran

Die spanische Telefonica will für rund 26 Mrd. Euro den Mobilfunkkonzern O2 in England, Irland und Deutschland übernehmen. Für Telefonica-Eigentümer ist der Preis von mehr als 1050 Euro pro Kunden zwar schädlich, für O2-Aktionäre dagegen umso attraktiver. Der Deal wird aber die deutsche Tochter von O2 nicht voranbringen - aus drei Gründen.

Erstens gibt es hier zu Lande zwischen den Festnetzaktivitäten von Telefonica und O2 kaum Synergien. Telefonica ist nach dem kläglichen Scheitern seines UMTS-Engagements nur mit überregionalen Netzen präsent. Selbst wenn O2 Germany sich als Reseller von T-Com-DSL-Anschlüssen in das Festnetzgeschäft wagen sollte, kann es die dafür benötigten Datentransportleitungen im Fernnetz auch von anderen Carriern günstig anmieten.

Zweitens ist Deutschland für die O2-Gruppe ein zentraler Markt, dem das Top Management hohe Aufmerksamkeit schenkt. Im Telefonica-Konzern wäre O2 Germany nur eine Landesgesellschaft unter vielen, die sich im unternehmensinternen Wettstreit um knappe Mittel behaupten müsste. Die Fortführung der mit viel Geld aufgebauten O2-Marke ist durch die Übernahme in Frage gestellt.

Drittens wird die Integration von O2 Germany und Telefonica wertvolle Kapazitäten des deutschen Managements binden, die für die Fortsetzung der erfolgreichen Geschäftsexpansion nicht mehr verfügbar sind. O2 Germany kann deshalb nur hoffen, dass Telefonica im Expansionsrausch der holländischen KPN auch noch E-Plus abkauft. Nur dann würde der Deal die Wettbewerbsposition des kleinsten Mobilfunknetzbetreibers in Deutschland nachhaltig verbessern.

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