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Trend mit Verfallsdatum

Sie haben sich die Sache mal wieder anders vorgestellt. Seit Jahren reden Branchenexperten einen Trend in der Telekombranche herbei: Sie sagen voraus, dass viele Konzerne ihre Großhandelssparte ausgliedern werden - externe Dienstleister würden für die Unternehmen im großen Stil Gesprächsminuten im weltweiten Telefonnetz kaufen und verkaufen.

Denn auf Grund der Überkapazitäten in den weltweiten Telefon- und Datennetzen sind die Preise in dem Segment enorm gefallen, und der Handel lohnt sich daher vor allem für die kleineren Telekomunternehmen nicht mehr.

Die Diagnose der Analysten stimmt, die Folgerungen daraus aber nicht. Bis heute ist die große Auslagerungswelle der Wholesale-Abteilungen ausgeblieben: Lediglich Swisscom und Belgacom haben Anfang des Jahres ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, in dem das Großhandelsgeschäft - im Fachjargon Wholesale genannt - gebündelt wird. Beide Unternehmen suchen nach Mitstreitern, die sich ihrem Joint Venture anschließen, heißt es in der Branche. Bisher vergeblich. Denn plötzlich sind die Telekombetreiber auch wieder voll des Lobes über ihr Großhandelsgeschäft - im Jahresbericht der Telekom Austria , die einige Analysten als Kandidatin für eine Auslagerung der Sparte ausgemacht hatten, gleich mehr als zwei Dutzend Mal. Da ist von einem "überdurchschnittlichen Erlösanstieg" im Wholesale die Rede, von einer "erfolgreichen Positionierung" und "höheren Verkehrsvolumina".

Nein, Wholesale ist nicht über Nacht zu einem Gewinnbringer par excellence geworden. Es zeigt nur, dass man auch ohne Auslagerung etwas aus dem Geschäft machen kann - durch lockere Zusammenschlüsse und Kooperationsmodelle. Diese Zwischenlösung hatten die Analysten wohl nicht unbedingt einkalkuliert.

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