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Wenig Freude mit Siltronic

Es hätte die erste große Emission in Deutschland nach dem Börsenkollaps des Jahres 2001 werden sollen. Doch aus dem Börsengang des Waferherstellers Siltronic Anfang 2004 wurde nichts. Die Investoren waren nicht bereit, so viel zu zahlen, wie die Konzernmutter Wacker forderte.

Inzwischen dürften die meisten potenziellen Anleger froh sein, dass Wacker den Verkauf in letzter Minute abgebrochen hat. Denn es zeigt sich immer deutlicher, dass der süddeutsche Zulieferer der Chipindustrie noch längst nicht fit für die Börse war.

Im vergangenen Jahr lief ein Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 101 Millionen Euro auf. Zudem ging der Umsatz leicht auf 814 Millionen Euro zurück. Eine Wachstumsstory, wie sie die Börse gerne hat, sieht völlig anders aus.

Sicher, Siltronic ist in einer interessanten Branche tätig und als Nummer drei auf dem Wafermarkt gut positioniert. Aus Wafern, das sind dünne Silizium-Scheiben, werden Chips hergestellt. Zudem senkt die Firma derzeit massiv die Kosten und investiert in neue Anlagen.

So lange die Münchener jedoch dermaßen hohe Verluste einfahren wie 2004, bleibt der Gang an die Börse versperrt. Zunächst muss die Tochter des Chemie-Unternehmens Wacker beweisen, dass sie dauerhaft schwarze Zahlen schreiben kann. Momentan sieht es so aus, als sei es bis dahin noch ein sehr beschwerlicher Weg.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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