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Wieder mal hinterher

Während Politiker bei uns noch diskutieren, wie man mit Werbe-Müll im Internet umgehen soll, dreht sich die Welt längst weiter. Der US-Bundesstaat Washington hat ein Anti-Spyware-Gesetz verabschiedet, das unter Strafe stellt, wenn ein Spionageprogramm unbemerkt Mailadresse oder persönliche Daten des Internet-Nutzers ausliest.

Dort ist schon der Versuch, per gefälschter Webseite Daten zu sammeln ("Phishing"), strafbar. Auch Kunden deutscher Onlinebanken wurden schon per E-Mail aufgefordert, auf gefälschten Webseiten ihre Kontodaten preiszugeben.

Die Zeit drängt: Spyware gilt längst als die viel größere Gefahr als Werbemüll oder Viren. Konto- und Kreditkartendaten, die Adressen unserer Kinder, Zugangscodes zu Firmennetzen - alles lässt sich auslesen.

Nur Idioten überfallen noch physisch eine Bank. Der clevere Neuganove überweist sich das Geld elektronisch ins Ausland. Und der Industriespion steht nicht mehr mit der Minox vor dem Werkstor. Er "phisht" die Passwörter für den Zugang zur Produktdatenbank aus den Tastaturanschlägen der Mitarbeiter.

Was fehlt, sind weltweit koordinierte politische Aktionen gegen Cyberkriminelle. Doch nicht nur Politiker hinken hinterher, auch viele Manager: Nur 38 Prozent der Netzwerkadministratoren glauben laut einer Umfrage von Watchguard, dass Spyware bei ihren Chefs Top-Thema sei. 54 Prozent sagten, dass die Chefs sich immer noch am meisten vor Viren-Attacken fürchteten.

Die werden es halt noch mal lernen müssen: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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