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ZDF auf der Überholspur

Wenn es um Fernsehnachrichten geht, hat die ARD - noch - die Nase vorne. Das Flaggschiff "Tagesschau" setzt den Maßstab. Die Überlegenheit des Ersten im Informationsbereich ist dem ZDF schon seit Jahren ein Dorn im Auge.

Jetzt geht das Zweite auf die Überholspur. Auf dem Mainzer Lerchenberg soll ein neues Nachrichtenstudio mit modernster Digital-Technik entstehen. Bis 2006/2007 soll das Studio in Betrieb gehen. Damit kann das ZDF Katastrophen ebenso wie komplexe Steuerrechtsänderungen dreidimensional und im Format 16:9 darstellen.

Über die Kosten schweigt Intendant Markus Schächter. Eines ist aber klar: Die Offensive der Mainzer wird teuer. Die größte Investition in der laufenden Gebührenperiode wird einen unteren zweistelligen Millionenbetrag kosten, berichten Beteiligte. Mit der Investition greift Schächter den großen Bruder ARD direkt an. Der politisch geschickte ZDF-Chef will seinen Sender noch stärker als Informationskanal profilieren. Dazu gehört eben auch eine moderne Technik.

Und die ARD? Sie ist mit sich selbst beschäftigt. Nach langwierigen Diskussionen hat sich das Erste durchgerungen, die "Tagesthemen" ab 2006 um eine Viertelstunde vorzuverlegen, um der ZDF-Konkurrenz "Heute Journal" besser die Stirn bieten zu können. Für die ARD ist schon das eine kleine Revolution.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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