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Zwei Welten – Print und TV

Angesichts der möglichen Beteiligung Springers an ProSieben Sat 1 wird die Frage laut: Könnte Leo Kirchs Vision, die Schaffung eines integrierten TV-und Print-Konzerns, nun doch Wirklichkeit werden?

HB DÜSSELDORF. Angesichts der möglichen Beteiligung Springers an ProSieben Sat 1 wird die Frage laut: Könnte Leo Kirchs Vision, die Schaffung eines integrierten TV-und Print-Konzerns, nun doch Wirklichkeit werden? Vor Jahren schon zu Grabe getragen, macht das Phantom des "integrierten Medienkonzerns" nun wieder seine Runden durch die Börsen-Talks, Beschwörungsformeln aus Zeiten des New-Economy-Booms werden herausgekramt.

In Wahrheit jedoch gibt es diese Synergien kaum: Gemeinsame Redaktionen sind heute undenkbar, gemeinsame Formate die Ausnahme. Zu groß ist das Risiko des Rückschlags eines TV-Flops auf ein erfolgreiches Zeitungsformat. Sicherlich könnten künftig integrierte Werbe-Kampagnen besser bedient werden - jedoch ist dies meist schon über mehrere Objekte innerhalb einer Sparte hinweg auf Grund der unabhängigen Strukturen sehr schwer zu realisieren.

Zauberformel "Cross-Selling"? Die gegenseitige Unterstützung hauseigener Produkte bringt durch den unvermeidlichen Glaubwürdigkeitsverlust in der Regel mehr Probleme als Vorteile. Der gemeinsame Einkauf oder andere übergeordnete Dienste stecken auf Grund der traditionell hohen Dezentralität der Medienindustrie eher noch in den Kinderschuhen.

Was bleibt, ist die vermeintlich stärkere Eignung zur Führung eines Medienunternehmens - verglichen mit branchenfremden Finanzinvestoren. Doch angesichts der häufigen Personalwechsel in Verlagen und Sendern sind auch daran Zweifel erlaubt. Und welche sonstigen Synergien gibt es noch? Nun, vielleicht die geballte Meinungsmacht . . .

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