Neoprotektionismus
Letzte Zuckung

Der EU-Binnenmarkt ist mittlerweile der größte Wirtschaftsraum der Erde. Trotz aller Bremsversuche nationaler Unternehmen: Niemand kann den EU-Binnenmarkt rückabwickeln.

Europa ist ein Kontinent, der zu Selbstzweifeln und manchmal zur Selbstzerfleischung neigt. Dabei liefert die Europäische Union das weltweit wohl eindrucksvollste politische Modell, wie einst kriegslüsterne Nationen friedlich zusammenleben können. Der EU-Binnenmarkt ist mittlerweile der größte Wirtschaftsraum der Erde. Und die gemeinsame Währung ist ein einzigartiges Projekt, das trotz vieler anfänglicher Zweifel funktioniert.

Doch sobald es Probleme gibt, neigen manche Europäer zu düsteren Übertreibungen. Schon sieht etwa der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonti eine nationalistische Stimmung heraufziehen, die nur mit der von August 1914 vergleichbar sei – also mit jenem Moment, in dem sich die europäischen Nationen voller Begeisterung in einen desaströsen Krieg stürzten. Auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, sieht „Katastrophen und Unfreiheit heraufziehen, wenn der Protektionismus wie nach 1914 Urstände feiert“. Einem fernen Beobachter könnte angst und bange werden.

Doch was ist in Wirklichkeit passiert? In den vergangenen Wochen haben sich die Versuche wichtiger EU-Regierungen gehäuft, ausländische Firmenaufkäufe in ihren Ländern abzublocken. Mahnende Worte sowohl der EU-Kommission als auch von EU-Staaten wie Deutschland haben Frankreich, Spanien und Polen bisher nicht einlenken lassen.

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