Neue Umfrage
Union sackt im Osten unter 30 Prozent

Die Union hat einer neuen Umfrage zufolge noch weiter in der Wählergunst verloren. Die stärksten Verluste verzeichen CDU/CSU im Osten Deutschlands. Dabei sind die Reaktionen auf die umstrittenen Äußerungen von Edmund Stoiber in der aktuellen Erhebung noch gar nicht berücksichtigt.

HB BERLIN. Nur noch 41 Prozent würden sich für die CDU/CSU entscheiden, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, ergab die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage im Auftrag des Nachrichtensenders N24. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als vor einer Woche.

Die SPD würde um zwei Punkte auf 28 Prozent zulegen, die Linkspartei ging um einen Punkt auf 12 Prozent zurück. Die Grünen blieben bei 8 Prozent, die FDP legte einen Punkt zu und erreichte ebenfalls 8 Prozent. Ein Schwarz- Gelbes Bündnis hätte danach nur noch einen Prozentpunkt Vorsprung vor Rot-Rot-Grün.

Im Osten Deutschlands verliert die Union sogar drei Punkte auf 27 Prozent. Stärkste Kraft bleibt im Osten der Umfrage zufolge weiter die Linkspartei mit 31 Prozent (minus eins). Befragt wurden am 9. und 10. August etwa 3000 Wahlberechtigte.

20 Prozent bevorzugen große Koalition

Die Debatte über umstrittene Äußerungen von CSU-Parteichef Edmund Stoiber über Ostdeutsche dürfte sich in der Umfrage daher noch kaum niedergeschlagen haben. Vor ihm hatte bereits Brandenburgs Innenminister Jörg Schönböhm (CDU) Empörung auch in den Reihen der CDU in Ostdeutschland ausgelöst. Nach dem Auffinden von neun Säuglings-Skeletten in Brandenburg hatte Schönbohm erklärt, die von der SED zu DDR-Zeiten erzwungene Proletarisierung sei eine der Ursachen für Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft.

In der Präferenz der Befragten hinsichtlich der Regierungskonstellation gaben 33 Prozent an, sie würden am liebsten von einem schwarz-gelben Bündnis regiert. 20 Prozent bevorzugen eine große Koalition aus Union und SPD. Für am wahrscheinlichsten hält eine Mehrheit ein Bündnis von Union und FDP (36 Prozent). Beinahe genau so viele (35 Prozent) rechnen mit einer großen Koalition.

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