Neuer WestLB-Chef
Kommentar: Eine gute Wahl

Für die WestLB, aber auch für ihre Eigentümer, brechen jetzt harte Zeiten an. Fischer wird, wenn er seinen alten Tugenden die Treue hält, mit harten Bandagen sanieren.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Thomas Fischer wieder ins aktive Bankgeschäft eintreten würde. Der 56 Jahre ausgebildete Ökonom mit messerscharfem Verstand und ebensolcher Zunge war im Januar 2002 aus dem Vorstand der Deutschen Bank im Streit um die künftige Organisationsstruktur ausgeschieden. Nun - und nachdem Fischer zwischenzeitlich als Berater in Sachen Formel 1 wirkte und für die Rothschild Bank arbeitete - tut der Mann endlich wieder das, was ihm im Blut liegt: er führt eine Bank.

Der Ex-Boxer, der sich einen wahren Spaß daraus macht, vollkommen unprätentiös aufzutreten und sein Gegenüber stattdessen mit einem wahren Wirbelwind an Ideen, Thesen und Argumenten zu konfrontieren, ist eine gute Wahl für die WestLB. Fischer kennt das internationale Bankgeschäft, er ist ein ausgewiesener Risiko-Management-Experte, er kennt nicht nur das globale Banking, sondern auch das regionale - aus seiner Zeit als Vorstand bei der Landesgirokasse Stuttgart. Fischer ist eines der besten Talente des deutschen Bankwesens. Aber: Er scheut sich nicht, anzuecken.

Für die Bank selber, aber auch für ihre Eigentümer brechen jetzt harte Zeiten an. Fischer wird, wenn er seinen alten Tugenden die Treue hält, mit harten Bandagen sanieren - und das tun, was für die Bank strategisch und faktisch am besten ist. Die Zeit der Ränkespiele ist zumindest in diesem Sektor des Sparkassenwesens vorbei. Wie würde der in Kanada aufgewachsene und immer noch an dem Land hängende Fischer es ausdrücken? Vermutlich so: I mean business. And I’ll do it my way.

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