Neues Problemkind A400M
Kommentar: Baustelle EADS

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Bei EADS brennt es an allen Ecken. Zu den bekannten Problemen bei den großen Zivilprogrammen der Tochter Airbus (A380 und der neue A350) gesellen sich nun zunehmend Schwierigkeiten bei den Militärentwicklungen. Dass der Militärairbus A400M Verspätung haben würde, pfeiffen zwar seit Monaten bereits alle Spatzen von den Dächern. Doch angesichts der Belastungen aus dem Sparplan Power 8 und den erhöhten Entwicklungsaufwändungen für den A380 und A350 kann EADS teure neue Sonderbelastungen aus dem Militärbereich nicht brauchen. Dem Vertrauen der Anleger ist dies gewiss nicht zuträglich.

Ein Ende der Unsicherheit ist noch nicht in Sicht: Gleichwohl die Produktion des Superairbus A380 im industriellen Maßstab nun auf gutem Wege zu sein scheint, müssen beim A350 noch viele Fragezeichen gemacht werden. Das Management schließt weitere Sonderlasten nicht aus. Und trotz erster Bestellungen kommt Airbus bei weitem nicht an den Erfolg des konkurrierenden 787 Dreamliner von Boeing heran. Des weiteren ist die Frage der Finanzierung der Entwicklungskosten von rund 10 Mrd. Euro weiter ungelöst. Selbst Regierungshilfen werden nun nicht mehr ausgeschlossen.

Es mag zynisch klingen, aber die Probleme haben für das Management zumindest ein Gutes: Sie dürften im Dialog mit den Gewerkschaften die Argumentation erleichtern, dass trotz prall gefüllter Auftragsbücher Airbus die Power-8-Restrukturierung dringend braucht. Flugzeuge zu bauen ist eine Sache. Damit Geld zu verdienen, eine ganz andere.

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