Nokia
Die wahre Energiekrise

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Sind wir denn nur noch von Zeitbomben umgeben? Nachdem im vergangenen Jahr unsere Laptoptaschen im Gepäckfach fröhlich vor sich hinkokelten und Sony fast zehn Millionen Akkus austauschte, hat es jetzt den Handymarkt erwischt. Nokia ersetzt vorsichtshalber 46 Millionen Akkus, die überhitzen könnten. So weit, so gut. Vorbeugen ist besser als heilen, nichts ist passiert. Aber zwischen Sony und Nokia liegen noch unzählige kleine Rückrufaktionen von Akkus, die schon gar keine Schlagzeilen mehr machen. Eine Technologie am Rande ihrer Möglichkeiten? Vielleicht. Auf jeden Fall scheint Toyota erst einmal die Einführung eines Elektroautos mit „Li-Ion“-Akkus auf unbestimmte Zeit vor sich herzuschieben. Denn es ist klar: Lodernde Autoakkus darf es nicht geben. Und was auf den Straßen tabu ist, ist es in Hosen-, Hand- oder Laptoptaschen erst recht.

Früher hatte man Batterien schon mal im Kofferradio, im Spielzeugauto oder im Wecker. Das war’s, unscheinbare Technologie unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Heute haben wir 24 Stunden lang hochgezüchtete Energiespeicher in unserer unmittelbarsten Nähe, die Energiekrise des 21. Jahrhunderts in unserer Tasche. Der Leistungshunger moderner Multimedia-Telefone trägt mit Schuld an der Zuspitzung. Immer mehr Funktionen verlangen nach Strom. Gleichzeitig sollen die Geräte bei gleichbleibender Ausdauer immer mehr schrumpfen und billiger werden. Akkus werden bis an ihre Leistungsgrenzen ausgereizt und vielleicht auch darüber hinaus. Das ist die Kehrseite der Konvergenz. Aktionen wie von Nokia zeigen, dass dies von der Branche nicht auf die leichte Schulter genommen wird. Und dass es auch überall so bleibt, darauf sollten wir im eigenen Interesse auch genau achten.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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