Novartis übernimmt Alcon Kommentar: Der Schwarze Peter

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Keine Frage: Nestlé und Novartis haben ein gutes Geschäft gemacht. Der Lebensmittelriese trennt sich von seiner Beteiligung am auf die Augenheilkunde spezialisierten Unternehmen Alcon. Das Geschäft hat zwar gute Margen abgeworfen, aber es passt zu Nestlé etwa so gut Schokoladensauce auf Pasta. Alcon zählt mit seinen Geräten und Medikamenten, die die Menschen besser sehen lassen, deutlich mehr zur Pharma- als zur Nahrungsmittelindustrie. Novartis ihrerseits hat bereits Augenheilmedikamente im Angebot und verfügt mit Ciba Vision über eine Sparte, die sich um nichts anderes kümmert. Damit bestehen keine Zweifel: Zwischen Novartis und Alcon gibt es mehr Gemeinsamkeiten und damit Synergien im Forschungsbereich und auf der Kostenseite als zwischen Nestlé und Alcon.

Doch es gibt auch ein „Aber“. Es besteht darin, dass sich Novartis-Chef Daniel Vasella durch den Kauf ein Problem vom Leib geschafft hat, das von nun an sein Kollege von Nestlé Peter Brabeck mit sich herum tragen wird. Es heißt: zu viel Geld. Zugegeben – es ist ein Luxusproblem. Aber es ist ein Thema, das Vasella zuletzt stark in die Defensive gedrängt hat. Er war es, der den Deal dewegen brauchte. Der Kurs seines Unternehmens ist es, der seit Jahren vor sich hindümpelt, weil Vasella keine überzeugende Antwort auf die Frage geben konnte, in welche Richtung die noch immer gut verdienenden Novartis wachsen will. Jetzt endlich liegt diese Antwort auf dem Tisch.

Sein Kollege von Nestlé Peter Brabeck hat sich im Gegenzug allerdings Vasellas altes Problem eingehandelt. Er wird mit seinen unbestimmten Äußerungen nicht lange durchkommen können. Es genügt nicht vorzugeben, das Geld von Novartis für die Schuldentilgung und weiteres Wachstum zu verwenden. Die Frage, wo genau er mit den Milliarden, die er nun in der Hand hat, wachsen will, wird von heute an täglich bohrender gestellt werden. Jene Karte im großen Spiel, die keiner haben will und die mit Blick auf Daniel Vasella bislang eher „Schwarzer Daniel“ heißen musste, wird mit Blick auf Peter Brabeck nun ein echter „Schwarzer Peter“.

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