Öl
Gefährliche Signale

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Nun hat es also doch nicht geklappt. Eigentlich war es unter Analysten und Experten längst ausgemacht, dass Rohöl schon in Kürze die magische Marke von 100 Dollar knacken wird. Doch am Freitag ging es überraschend schnell bergab. Erstmals seit Ende Oktober kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl in den USA und in Europa weniger als 90 Dollar.

Überraschend deshalb, weil die Versorgung der USA mit Rohöl aus Kanada wegen einer Explosion unterbrochen ist. Überraschend aber auch, weil es im Mittleren Westen der USA einen Wintereinbruch gegeben hat. Beides sind Nachrichten, die die viel beachteten Lagerbestandsdaten zumindest vorübergehend nach unten drücken dürften. Das alles hätte für einen neuerlichen Preisanstieg gesprochen.

Zu verstehen ist der plötzliche Preisrückgang mit Blick auf die bevorstehende Tagung der Organisation erdölexportierender Staaten am Mittwoch. Die Opec hatte zuletzt eine weitere Erhöhung ihrer Förderung signalisiert und damit den Rekordkurs der Rohölpreise gebremst. Doch der einsetzende Preisrutsch ging einigen der Kartellmitglieder wohl zu schnell – und vielleicht auch schon zu weit.

Zum Wochenende meldeten sich gleich mehrere Opec-Mitglieder zu Wort. Darunter Saudi-Arabien, der größte Erdölexporteur der Welt. Trotz der starken Nachfrage zu Beginn des Winters und trotz des hohen Preises hält Saudi-Arabien eine Erhöhung der Fördermengen nun nicht mehr für zwingend. Die Opec müsse ihre Produktion nicht erhöhen, unterstrichen auch die Ölminister aus Algerien und Katar.

Auf diese Weise gibt die Opec der Spekulation neue Nahrung. Die Preise könnten daher rasch wieder deutlich anziehen – vielleicht stärker, als die Organisation selbst dies beabsichtigt.

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