Pakistan
Kommentar: Versöhnung statt Chaos

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Nun hat der Terror den Wahlkampf in Pakistan voll erreicht. Der Anschlag auf Benazir Bhutto droht das Land ins Chaos zu stürzen. Möglicherweise müssen die für 8. Januar geplanten Wahlen jetzt sogar abgesagt werden. Der Westen muss auf die Politiker in Islamabad einwirken, dass sie sich über Bhuttos Grab hinweg die Hände reichen.

Die Ermordung der erst kürzlich aus jahrelangem Exil in die Heimat zurückgekehrten früheren Premierministerin wird die politische Landkarte am Hindukusch neu gestalten – von der menschlichen Tragödie abgesehen.

Bhutto galt als wahrscheinliche Wahlsiegerin und neue Premierministerin. Ihr Tod verbaut den Weg des krisengeschüttelten Landes zur Normalisierung. Das war das Ziel der Hintermänner des Attentäters, wo immer sie zu suchen sind – ob beim Militär oder den Fundamentalisten.

Pakistan braucht eine Koalition des nationalen Konsensus, aus allen vier führenden Parteien: um die gespaltene Nation zu einen, Terroristen zu bekämpfen und Fundamentalisten keine Chance zu geben. Und das Militär muss sich weiter aus der Politik zurückziehen.

Wenn jetzt dagegen Verdächtigungen über mögliche Auftraggeber für den Mord die Parteien noch mehr entzweien, dann wird Pakistan endgültig ins Chaos stürzen. Und das kann niemand wollen außer den Terroristen, die sich Pakistan nach Afghanistan zur Beute machen möchten. Der Westen muss daher auf die führenden Politiker in Islamabad einwirken, über das Grab Bhuttos hinweg die Hände der Versöhnung auszustrecken.

Der Hamburger ist nach Stationen als Auslandskorrespondent in Moskau, Brüssel und Warschau jetzt Auslandschef des Handelsblatts. Er interessiert sich besonders für Osteuropa, die arabische Welt und Iran.
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent

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