PALÄSTINENSER
Preis der Sturheit

uf Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas wartet eine schwierige, schier unlösbare Aufgabe. Er wird den Westen davon überzeugen müssen, dass die neue palästinensische Einheitsregierung das Vertrauen der Welt verdient.

Befreien können sich die Palästinenser aus der vor sechs Monaten verhängten zerstörerischen internationalen Isolation nur, wenn die künftige Einheitsregierung als moderat wahrgenommen wird.

Das setzt voraus, dass die neue Crew die diplomatischen Spielregeln akzeptiert: Gewaltverzicht, Anerkennung des Staates Israel und Respektierung der bisherigen israelisch-palästinensischen Vereinbarungen. Bislang gibt es allerdings keine Anzeichen dafür, dass die künftige Regierung diesen moderateren Kurs einschlagen will.

Auch sie leitet der Hamas-Politiker Ismail Hanija, der von seiner harten Linie nicht abweicht. Trotz des intensiven Gesprächsmarathons, das Abbas und Hamas-Führer Hanija in den vergangenen Wochen bestritten haben, konnten sie sich nicht auf eine gemeinsame Regierungsplattform einigen. Während Abbas das Gespräch mit Israel sucht, verweigert die Hamas nach wie vor die Anerkennung des jüdischen Nachbarn. Ihr „Pragmatismus“ nimmt schon fast komische Züge an. Die Radikalislamisten sehen die Notwendigkeit eines Dialogs mit Israel zwar ein, möchten ihn aber der von Abbas präsidierten Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) überlassen, in der die Hamas nicht vertreten ist.

Mehr als eine indirekte Anerkennung Israels will die Hamas derzeit nicht zugestehen. Deshalb wird auch das neue Kabinett der nationalen Einheit Schiffbruch erleiden. Den Preis für die Sturheit der Hamas wird wieder einmal die palästinensische Bevölkerung zahlen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%