Pendlerpauschale
Kommentar: Verwirrspiel

Nach einer Meinungsumfrage haben die Pendler auf die rot-grünen Kürzungspläne bei der Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz erstaunlich gelassen reagiert. Dabei geht es immerhin um das viel zitierte Steuersparmodell des kleinen Mannes.

Nach einer Meinungsumfrage haben die Pendler auf die rot-grünen Kürzungspläne bei der Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz erstaunlich gelassen reagiert. Dabei geht es immerhin um das viel zitierte Steuersparmodell des kleinen Mannes, bei dem Schummeln mittlerweile zum Volkssport geworden ist. Doch die Bürger haben offensichtlich verstanden, dass angesichts der Not der öffentlichen Kassen ein Abspecken unvermeidlich ist. Dies umso mehr, als vor knapp drei Jahren die Pauschale auf Betreiben von Autokanzler Gerhard Schröder üppig angehoben wurde.

Angesichts des Verwirrspiels, das die Koalitionäre freilich jetzt bei den geplanten Einschnitten bieten, könnte den Betroffenen jedoch bald der Geduldsfaden reißen. So wittert die Autolobby mit Blick auf den nicht gerade einfachen Gesetzestext von Bundesfinanzminister Hans Eichel zu Recht eine Bevorzugung von Bahn- und Busfahrern. Die können nämlich nach Eichels Paragrafen künftig ihre Ticketkosten steuerlich weiterhin voll absetzen, auch wenn sie nur bis zu 20 Kilometer von ihrem Arbeitsplatz entfernt wohnen und damit eigentlich keine Pauschale mehr einstreichen dürften.

Autofahrer profitieren dagegen erst ab dem 21. Kilometer von der Pauschale. Das ist umweltpolitisch sicherlich richtig, aber nicht gerade gerecht. Selbst ein überzeugter Umweltkämpfer wie der SPD- Fraktionsvize Michael Müller schüttelt da nur noch mit dem Kopf. Doch zu viel Aufregung lohnt auch wieder nicht. Schon vor der Kabinettssitzung am letzten Mittwoch hatte die SPD-Fraktion Eichels Pläne zur Makulatur erklärt. Sie will die Operation selber in die Hand nehmen und dem Minister erneut zeigen, wie man es richtig macht.

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