Pharmahandel
Kampfansage

Wie sich die Zeiten ändern. Aus dem grundsoliden Stuttgarter Pharmagroßhändler Gehe ist der Apothekerschreck Celesio geworden. Auf der Jagd nach höheren Renditen lässt sich dieser künftig ausgerechnet von Doc Morris unterstützen, dem Feindbild der unabhängigen Apotheker. Selbst wenn die Börse gestern enthusiastisch reagierte, stellt der Kauf kaum mehr als eine Kampfansage dar. Denn anders als in Großbritannien, wo Celesio bereits Apotheken besitzt, sind Ketten in Deutschland bislang nicht zulässig.

Dieser Schutz der Apotheker steht im Widerspruch zur Dienstleistungsfreiheit des EU-Binnenmarkts. Und Celesio-Chef Fritz Oesterle ist Jurist genug, um die Chancen für den Erhalt des deutschen Reservats für die inhabergeführte Apotheke realistisch einzuschätzen. Insofern ist es sinnvoll, das Unternehmen für die Liberalisierung des größten europäischen Marktes in Stellung zu bringen. Doch auch Doc Morris ist keine Kette. Der Versandhändler besitzt in der realen Welt gerade mal eine Apotheke, was vom zuständigen Gericht bis auf weiteres geduldet wird. Daneben bastelt er an einer Marketing-Kooperation, der sich bislang 20 unabhängige Apotheken angeschlossen haben. Celesios eigene Kooperation zählt 3000 Mitglieder. Daher kann man sich über den kolportierten Kaufpreis von 200 Millionen

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