PIN
Chance im Wettbewerb

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Zwar ist hier ein Unternehmen, das sich mit rund 200 Millionen Euro neben der holländischen TNT Post zu den ganz großen Konkurrenten der Deutschen Post zählen konnte, unter sehr unschönen Begleitumständen gescheitert: Den hohen Anspruch, gegen die Deutsche Post als wichtigsten nationalen Wettbewerber anzutreten, hat Pin nicht erfüllt.

Dennoch lohnt eine differenzierte Betrachtung. Denn in einigen Regionen, namentlich in Ballungszentren wie Berlin, scheint Pin doch recht profitabel zu arbeiten. Hier liegt die Chance für eine neu formierte Pin im Wettbewerb mit dem Goliath Deutsche Post. Denn nach wie vor kann sich der Wettbewerb mit flexiblen Lösungen und kreativen Geschäftsmodellen erfolgreich entwickeln. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele – allerdings eher in einzelnen Regionen und in Nischen als auf nationaler Ebene.

Inzwischen werden 750 Wettbewerber der Deutschen Post auf dem zehn Milliarden Euro schweren Briefmarkt gezählt. Die Post beherrscht allerdings 90 Prozent des Marktes. Sie verfügt über Größen- und damit Produktivitätsvorteile, die Neuanbieter in dem personalintensiven Geschäft so schnell nicht erreichen werden. Um der Post bundesweit Konkurrenz zu machen, braucht es einen langen Atem. Schnelles Geld kann man hier nicht machen.

Pin ist nicht allein wegen des Mindestlohns ins Schlingern geraten, obwohl die Politik eine Mitschuld trägt. Offenbar funktioniert das nationale Geschäftsmodell auch sonst nicht. Das Unternehmen hätte wahrscheinlich besser daran getan, über die Regionen allmählich in den Briefmarkt hineinzuwachsen und zur Gruppe zu reifen.

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