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Politische Warnung

Es war eine detailgenaue Terrorwarnung, die der US-Heimatschutzminister Tom Ridge jetzt aussprach. Er bezeichnete nicht nur gefährdete Plätze und Gebäude, sondern sogar einzelne Banken und Institutionen, die sich im Visier von El Kaida befänden. Das ist überaus ungewöhnlich in einem Metier, das bislang vor allem von vagen Andeutungen lebte.

Doch es kann gute Gründe für diese Offenheit geben. Diese mögen nicht so sehr damit zu tun haben, dass der Minister nach dem furiosen Parteitag der Demokraten für seinen Präsidenten und die Republikaner Wahlkampfhilfe betreiben will. Vielmehr aber könnte nun schon eine erste Konsequenz aus dem Bericht der 9/11-Kommission zu besichtigen sein.

Die Kommission hatte der Regierung schwere Versäumnisse attestiert. Deren Hauptfehler sei es gewesen, aus den vielen Hinweisen auf mögliche Anschläge nicht die nötigen Schlüsse gezogen zu haben. Einem solchen Vorwurf mag sich Tom Ridge nicht aussetzen. Also warnt er, um zumindest politisch auf der sicheren Seite zu sein.

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent
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