Porsche/VW
Störmanöver

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Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist nicht gerade dafür bekannt, in aussichtslose Schlachten zu ziehen. Er weiß, dass er auf der Hauptversammlung von VW nicht mit der Satzungsänderung, die das VW-Gesetz an das Urteil des Europäischen Gerichtshofs angleichen soll, durchkommen wird. Die notwendigen 80 Prozent der Stimmen sind unerreichbar, weil das Land Niedersachsen der Abschaffung der Stimmrechtsbegrenzung auf 20 Prozent nicht zustimmen wird. Schließlich geht es um den Einfluss des Landes bei VW.

Wiedeking zündelt aber nicht grundlos. Er setzt ein Zeichen Richtung Brüssel und sendet ein Signal an die Bundeskanzlerin. Hatte sich doch zuletzt eine Allianz aus Niedersachsen, VW-Betriebsrat und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries gebildet, die das VW-Gesetz wieder aufleben lassen will. Wiedeking erreicht mit seinem Konfrontationskurs gegenüber Niedersachsen jedenfalls, dass das Thema weiter in der Diskussion bleibt. Will er doch unter allen Umständen verhindern, dass die Wiedergeburt des VW-Gesetzes gelingt. Er zündelt, damit politischer Schaden entsteht, wenn die Bundesregierung sich für einen solchen ordnungspolitischen Sündenfall hergibt. Die EU-Kommission hat Deutschland ja bereits aufgefordert, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum VW-Gesetz umzusetzen.

Wird Wiedeking abgeschmettert, kann er aussichtsreich klagen. Es spricht für den Porsche-Chef, dass er dem niedersächsischen Machtgemauschel ein Ende bereiten will. VW kann Toyota nur einholen, wenn keine Entscheidungen mehr gefällt werden, die durch eine Koalition von Arbeitnehmern und dem Land Niedersachsen auf der Kapitalseite zustande kommen. Unterschätzt hat Wiedeking wohl die Hartnäckigkeit von VW. Sein Poltergeist mag ebenfalls nicht dienlich gewesen sein. Aber im Kern hat er recht.

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