Post
Letzte Runde

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Post-Chef Klaus Zumwinkel will es noch einmal wissen. Kurz vor dem Ende seiner Karriere – sein Vertrag als Vorstandschef läuft Ende 2008 aus – lässt er es noch einmal richtig krachen. Vor Analysten kündigte er ein Shareholder-Value-Programm an, das sich gewaschen haben dürfte. Zwar will Zumwinkel Details erst im November nennen, doch erwarten Analysten den großen Wurf.

Zumwinkel wurmt nämlich nicht nur die Kritik seiner Großinvestoren DWS und Union Investment. Sie hatten der Post mangelnde Profitabilität und Intransparenz vorgeworfen. Viel mehr muss er seine Karten auf den Tisch legen und sagen, was er im Briefgeschäft künftig vorhat. Denn die Post muss sich wohl auf das Unvermeidliche einstellen: Das Briefmonopol läuft Ende 2007 aus.

Schlimmer noch: In Europa wird die Öffnung der Briefmärkte weiter verzögert. Von wegen Liberalisierung im Gleichklang. Ein Gau für die Post:Denn sie wollte verlorene Umsätze auf dem Heimatmarkt durch das Auslandsgeschäft ausgleichen. Zumwinkel steht vor dem Scherbenhaufen seiner eigenen Lobbyarbeit. Er wollte deswegen die Verlängerung des Monopols durchboxen. Mit namhaften SPD-Politikern und der Gewerkschaft Verdi hatte er starke Verbündete gewonnen. Möglicherweise werden die nun auch die künftigen Gegner: Denn der Post-Chef muss jetzt Hausaufgaben erledigen: Kosten senken und Arbeitsplätze abbauen.

Die Wettbewerber der Post müssen sich gleichwohl warm anziehen. Denn Zumwinkel wird an der Preisschraube drehen, wo immer möglich. Was das bedeutet, ist absehbar. Mit der Jurex gibt es schon die erste Pleite. Die Post hatte die Preise für Postzustellungsaufträge gesenkt. Die Runde der Konsolidierung auf dem Briefmarkt wurde damit eingeläutet.

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