PPR vor Einstieg bei Puma
Kommentar: Der Preis des Erfolgs

Kein anderes Unternehmen hat die Sportbranche in den vergangenen 15 Jahren so aufgemischt wie Puma. Vom Pleitekandidaten Anfang der 90er Jahre hat sich die fränkische Traditionsfirma zu einem der profitabelsten Sportkonzerne der Welt entwickelt. Immer wieder hat Puma-Chef Jochen Zeitz die Konkurrenz mit gänzlich neuen Konzepten überrascht, etwa einer an die Formel-Eins angelehnten Schuhkollektion oder seiner am Lifestyle orientierten Sportmode. Dazu brachte Puma fast jedes Jahr neue, meist erfolgreiche Kategorien in die Läden, zuletzt eine Segel-Kollektion. Auf teure Übernahmen verzichtete Zeitz im Gegensatz zum Lokalrivalen Adidas – und ist damit gut gefahren.

Angesichts des rasanten Aufstiegs ist es kaum überraschend, dass nun ein Luxusgüter-Konzern wie die französische PPR einsteigen und Puma übernehmen will. Denn in der Nummer drei der Sportbranche steckt noch viel Potenzial. Noch können die Franken ihr Händlernetz in vielen Ländern der Erde ausbauen, und noch gibt es viele Bereiche der Sportindustrie, in denen sie gar nicht vertreten sind, etwa im Outdoor-Geschäft.

Fraglich ist nur, ob sich Puma unter dem Dach eines großen Konzerns weiterhin so gut entfalten kann wie bisher. Denn Puma hatte zwar auch in der Vergangenheit immer wieder Großaktionäre. Doch die hielten sich aus dem täglichen Geschäft weitgehend heraus. Offen ist auch, ob Puma-Chef Jochen Zeitz unter einem neuen Besitzer weiter macht. Er ist der Vater des Erfolgs – und würde er gehen, wäre das ein schmerzlicher Verlust für Puma.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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