Premiere
Ein zäher Bursche

Vom „Naturgesetz“ hat Georg Kofler gestern gesprochen und damit die Frage in den Raum gestellt, welcher der beiden deutschen Bezahlsender sich wohl am Ende durchsetzen werde.

Greifen wir also Charles Darwins Theorie vom Kampf ums Dasein auf und fragen, welche Art sich wie am besten für das Überleben in schwieriger Umgebung gewappnet hat. Dann wird klar, dass im Existenzkampf um den zahlenden Fernsehzuschauer die in München heimisch gewordene Spezies aus Südtirol ein bemerkenswertes Anpassungsvermögen bewiesen hat. Kofler, der Unternehmer und Medienmann, dessen Sender Premiere nach dem Verlust der Bundesliga-Rechte an den Konkurrenten Arena oft totgesagt wurde, hat sich als zäher Bursche erwiesen. Vordergründig ist das jüngste Geschäft mit dem Rivalen Arena für beide Seiten ein Gewinn. Arena, aufgepäppelt mit dem Geld der Mutter Unity, aber schwach auf der Brust, was Kundenfang und Kundenbindung angeht, bekommt dank der Einnahmen, die aus der Zusammenarbeit mit Premiere winken, eine kräftige Bluttransfusion verpasst.

Es ist aber seit gestern noch fraglicher, ob diese ausreichen wird, um heil aus dem Abenteuer Bundesliga herauszukommen. Denn wenn das Geschäft mit Premiere eines unter Beweis stellt: Gewachsene Kundenbeziehungen und Markenpräsenz sind im Bezahlfernsehen mindestens so bedeutsam wie nackte Programmrechte. Gäbe es also Premiere nicht, was wäre aus Arena geworden? In welcher Konstellation sich die Rivalen nun auch immer aufstellen werden, ein friedliches Zusammenleben wird es angesichts der beschränkten Ressourcen auf dem deutschen Markt nicht werden. Nur eines ist klar: Georg Kofler wird es überleben.

Quelle: Pablo Castagnola
Christoph Hardt
Handelsblatt / Ressortleiter
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