Private Equity
Dax-Konzerne ungefährdet

Private Equity und kein Ende. Kein Tag vergeht, ohne dass die Beteiligungsunternehmen in irgendeiner Form in eine Finanztransaktion verwickelt sind. Das gilt für Fusionen und Übernahmen, Börsengänge und Hochzinsanleihen, aber auch für risikoreiche Kredite sowie für neue Arbeitsplätze.

Die Macht der „Heuschrecken“ wird sicher zunehmen. Unternehmen aus dem Börsenbarometer Deutscher Aktienindex (Dax) droht jedoch keine Gefahr. Zwar besitzen die Manager der Beteiligungsbranche genug Milliarden, um eine Gesellschaft aus dem Dax locker kaufen zu können, zumal ein Großteil über Kredite finanziert würde. Doch Geld ist nicht alles. Zugegeben, in einem Umfeld niedriger Zinsen suchen Großanleger wie Versicherungen und Pensionsfonds händeringend nach attraktiven Alternativen zur biederen Anlage in Bundesanleihen. Da kommen Finanzinvestoren gerade recht. Sie erwirtschaften meist eine zweistellige Rendite. Gleichzeitig bieten sie eine Diversifikation in der Anlagepolitik.

Was die Finanzinvestoren abschreckt, ist die große Sichtbarkeit bei einem solchen Deal. Politik und Öffentlichkeit lassen derartige Megatransaktionen nicht unberührt und werden Gegendruck aufbauen. Außerdem führen die Manager die großen Konzerne heute in der Regel professionell. Das „Undermanagement-Potenzial“ ist gering, auch wenn es immer wieder Ausnahmen gibt wie jetzt im Fall Siemens. Gleichzeitig ist ein derartiger Großeinkauf nur dann sinnvoll, wenn der Finanzinvestor den Konzern zerlegt. Das kostet viel Zeit und bindet Kräfte, die die schlanken Beteiligungsfirmen meist nicht haben. Ohnehin würden bei einem Erwerb eines der größten Konzerne in Deutschland Milliarden in einen Deal gesteckt – zu hohe Risiken, selbst bei attraktivem Ertrag.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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