Privatrenten
Kommentar: Falsches Timing

Die schlechten Nachrichten aus der Versicherungswirtschaft reißen nicht ab – obwohl es der Branche schon wieder deutlich besser geht als in der Börsenbaisse der vergangenen Jahre. Dabei waren die Marktchancen für Altersvorsorge-Spezialisten noch nie so gut wie heute.

Von gutem Timing kann in der Versicherungsbranche wahrlich nicht die Rede sein. Erst verspekulieren die Unternehmen, die mit sicherer Rendite werben, an der Börse Milliarden an Kundengeldern und müssen infolgedessen ihre Renditeversprechen brechen. Dann müssen sie den Rentnern ins Portemonnaie greifen, weil diese länger leben als kalkuliert und deshalb zu teuer werden.

Und das Ganze vollzieht sich in einer Zeit, von der die Versicherer immer geträumt haben: Endlich gibt der Staat zu, dass die gesetzliche Rente nicht mehr ausreicht. Mehr noch: Der Staat will einen beträchtlichen Teil der Verantwortung der Privatwirtschaft übertragen. Den Anfang dieses Systemwechsels machte die Riester-Rente, die einen Teil des Rückgangs der gesetzlichen Rente auffangen soll. Daneben hat jeder Angestellte mit der so genannten Eichel-Rente Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge erhalten. Und mit dem Alterseinkünftegesetz kommt nun auch noch die so genannte Rürup- Rente. Kurzum: Die Marktchancen waren noch nie so groß wie heute. Was kann einer Branche Besseres widerfahren?

Doch das größte Outsourcing-Programm in der Geschichte der deutschen Sozialversicherung fällt zusammen mit einer Kette von Hiobsbotschaften. Dafür, dass die Menschen länger leben, kann die Versicherungswirtschaft nichts. Doch sie kann und sollte dafür sorgen, dass ihre Kalkulationsgrundlagen aktueller sind. Dann wäre das Timing besser.

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