Provider haben eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Spam
Abwehr von IT-Gefahren erfordert internationale Zusammenarbeit

Der weltweite Informationszugang sowie der einfache Transport von Inhalten über das Internet sind eine wesentliche Basis unserer Informationsgesellschaft. Dienstleistungen der Unternehmen und Behörden stützen sich zunehmend auf das World Wide Web. Und auch kritische Geschäftsprozesse werden oft auf E-Mail-Basis abgewickelt.

Allerdings hat die Münze zwei Seiten: Das Internet lebt davon, dass es offen für alle ist, einen unkomplizierten und unregulierten Zugang bietet. Das nutzen einige aus und verbreiten millionenfach Werbeinformationen in Form von Spam-Mails. Diese unverlangten E-Mails stellen wegen ihres hohen Volumens mittlerweile einen unmittelbaren Angriff auf die Verfügbarkeit, die Nutzbarkeit und letztlich die Integrität der E-Mail im Internet dar. Kriminell sind Erscheinungsformen, wenn mit Spam-Mails massenhaft rechtsradikale oder pornographische Inhalte oder auch schädliche Viren und Würmer verbreitet werden. Programme zur Verbreitung solcher Materialien gehen zunehmend auf das Konto von organisierter Kriminalität.

Von derzeit weltweit etwa 30 Milliarden E-Mails, die pro Tag versandt werden, sind über fünf Prozent virenverseucht. Und neueste Untersuchungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigen, dass im Durchschnitt über 60 Prozent aller E-Mails als Spam-Mails eingestuft werden können. Die Untersuchungen und darauf aufbauende Prognosen zeigen auch, dass sich der Anteil von Spam im weltweiten E-Mail-Verkehr zukünftig dramatisch erhöhen wird, wenn nicht rechtzeitig geeignete Maßnahmen dagegen ergriffen werden.

Ein Vorgehen gegen Spam und Viren wird nur dann erfolgreich sein, wenn rechtliche, wirtschaftliche und technische Maßnahmen optimal miteinander verzahnt werden. Mit der schon erfolgten und weiterhin laufenden Anpassung gesetzlicher Regelungen, wie dem Teledienstgesetz oder dem Wettbewerbsrecht, bestehen hinreichende rechtliche Möglichkeiten, gegen Spammer vorzugehen. Auch können schon heute Spam-Mails, die besonders schwerwiegende Rechtsverletzungen beinhalten, strafrechtlich verfolgt werden. Zur Durchsetzung ist natürlich die internationale Zusammenarbeit nötig, die insbesondere im Rahmen der EU und auch mit den USA verstärkt wird.

Neben die rechtlichen Möglichkeiten müssen aber auch technische Maßnahmen treten. Prinzipiell gibt es heute schon recht wirksame Filterverfahren zur Erkennung sowie zur Behandlung von Spam. Diese Verfahren sind wichtig, aber nicht hinreichend, weil sie das Problem nur verkleinern, aber nicht lösen. Neben dem Einsatz von Filtern sind nach Ansicht der Experten konsequentere Maßnahmen zur Verhinderung und zum Blockieren von Spam-Mails für uns sehr viel interessanter, da nur hierdurch die Schäden wirksam reduziert werden können, bevor sie überhaupt auftreten.

Eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Spam haben die Provider, die Anbieter von Internet-Zugängen und Internet-Dienstleistungen. Über sie gelangt der "Unrat" ins Netz. Sie haben eine besondere Verantwortung, der sie nachkommen müssen. Dabei denke ich an ungeschützte und infizierte Rechner in Privathaushalten, die ungehindert tausende von E-Mails verschicken, so die Netze verstopfen und andere PCs infizieren. Es wäre eine leichte und zugleich höchst wirksame Übung für die Provider, den E-Mail-Versand von solchen PCs technisch zu unterbinden. Genauso können die Provider auch die wirklich verlässlichen E-Mail-Server in ihren Netzen identifizieren und anderen bekannt machen.

Aber auch jeder Anwender muss seinen Beitrag leisten. Spam-Mails sollten geächtet werden, nie darf auf sie reagiert werden. Und ganz generell muss die Kenntnis der Internetnutzer zu den bestehenden Gefahren weiter ausgeprägt werden. Noch mehr Anwender als heute müssen einen Virenschutz und eine Spam-Abwehr einsetzen. Damit nützen sie nicht nur sich, sondern auch anderen: ungeschützte PCs sind schließlich potenzielle Sprungbretter für Spamversender oder Virenverbreiter. Lassen Sie das nicht zu. Sichern Sie bitte Ihren eigenen PC.

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