Puma
Auf dem Laufsteg

Das ist schon toll: Über fünf Milliarden Euro will der französische Luxusartikelkonzern PPR für den Sportartikelhersteller Puma bezahlen. Damit ist Puma mehr wert als der Reisekonzern Tui und fast so teuer wie der Waschmittelriese Henkel. Der erstaunlich hohe Preis für Puma ist schon deshalb bemerkenswert, weil Puma Anfang der 90er-Jahre praktisch erledigt war. Puma-Kollektionen fristeten ihr Dasein auf Rundständern in muffigen Kaufhäusern, meist landete die Ware am Ende auf dem Wühltisch. Dann kam der Marketingprofi Jochen Zeitz. Ein Turnschuh ist ein Lifestyleprodukt sagte Zeitz, der sein Handwerk beim Konsumgüterkonzern Colgate-Palmolive gelernt hat. Puma erfand sich neu: Weg von Männerschweiß und Aschenplatz, lautete das Credo. Das Marketing erhob das Allerweltsprodukt Turnschuh zur Ikone. Der Hollywood-Großaktionär Monarchy sorgte für diskrete Schützenhilfe. Dass schließlich auch Showgrößen wie Madonna Puma-Turnschuhe trugen, war das Fanal für einen beispiellosen Puma-Hype. Das Raubtier eroberte den Laufsteg.

PPR kauft eine Marketingmaschine. Längst lässt Puma die Produktion von Auftragsfertigern erledigen. Ein Turnschuh, den das Unternehmen für wenige Dollar in Fernost produzieren lässt, geht in Europa im Schnitt für 80 Euro über den Ladentisch. Dass Puma seine Sneakers demnächst in Boutiquen von Saigon bis Schanghai zu europäischen Preisen verkauft, ist dabei eine besonders bemerkenswerte Leistung in der globalisierten Wirtschaft. Es ist vor allem die Leistung des Jochen Zeitz. Noch ist nicht klar, ob er an Bord bleiben wird. PPR wäre gut beraten, den Initiator des Aufstiegs des Raubtiers möglichst lange an Puma zu binden.

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