Puma
Sprung ins Ungewisse

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Eins hat Puma in den vergangenen zehn Jahren immer ausgezeichnet: Der Sportkonzern aus Herzogenaurach ging grundsätzlich seinen eigenen Weg. Die Franken waren die Ersten, die konsequent auf einen Mix aus Sport und Mode gesetzt haben. Mit diesem Mitte der 90er-Jahre noch ungewöhnlichen Ansatz ist der nach Adidas zweitgrößte europäische Sportartikelanbieter bis heute erfolgreich. Und Puma hat es auch geschafft, seinen Wurzeln im Leistungssport treu zu bleiben: Das Unternehmen ist Ausrüster von Fußballweltmeister Italien und des Deutschen Meisters Stuttgart. Ob Puma diesen Weg weitergehen kann, steht allerdings in den Sternen. Denn inzwischen gehört das Unternehmen mehrheitlich dem Luxusgüterkonzern PPR. Gestern teilten die Franzosen mit, dass sie jetzt knapp zwei Drittel der Aktien halten. Noch hat PPR nicht erkennen lassen, wie es mit Puma weitergehen soll.

Puma-Chef Jochen Zeitz hat zwar mehrfach versichert, dass sich an der Ausrichtung nichts ändern werde und das Unternehmen selbstständig bleiben soll. Doch wie verlässlich sind solche Aussagen? Wie lange bleibt Zeitz selbst an Bord? Es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass ein Vorstandschef aufhört, wenn sein Unternehmen übernommen wird. Vor allem Sporthändler befürchten, dass Puma künftig noch wesentlich stärker als bisher auf Lifestyle setzt. Denn die Fachgeschäfte haben ein großes Interesse daran, neben den beiden Branchenführern Nike und Adidas einen starken dritten Lieferanten zu haben. Fest steht momentan nur, dass sich in den nächsten Monaten bei Puma einiges verändern wird. Denn die Franzosen haben bisher schon rund drei Milliarden Euro für Puma-Aktien ausgegeben. Dafür werden sie gewiss auch Einfluss nehmen wollen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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