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Punktgewinn für Angela Merkel

HB DÜSSELDORF. Dresden hat gewählt: Frei nach dem Motto „Schröder quälen – taktisch wählen“ stimmten die Wahlberechtigten in Dresden sehr berechnend ab und bescherten damit der Union ihr Wunschergebnis: Gewinn des Direktmandates (plus ein Sitz) bei gleichzeitig ausreichend wenig Zweitstimmen (kein Überhangmandat verloren). Im neuen Bundestag werden CDU/CSU jetzt also vier Stimmen Vorsprung vor der SPD haben. Die Nachwahl in Dresden war damit ein Punktgewinn für Angela Merkel beim Tiebreak im laufenden Spiel um die Kanzlerschaft.

Zwar kann sich die SPD jetzt hinstellen und behaupten: „Wir haben aber die meisten Zweistimmen, und deshalb müsste der Punkt eigentlich an uns gehen.“ Doch die Genossen müssen erkennen, dass dieses Argument nicht zieht. Zwar hat die SPD tatsächlich die Mehrheit der Zweitstimmen errungen, doch eigentlich ist das kein Erfolg. Denn ohne die gemeinsame Zweitstimmenkampagne zugunsten der FDP wäre das Rennen anders ausgegangen, nämlich viel knapper.

Der Tag der Deutschen Einheit bietet der SPD und Gerhardt Schröder nun noch einmal Gelegenheit zum Nachdenken. Vielleicht ringen sie sich in der Präsidiumssitzung jetzt zu der Größe durch, Angela Merkel auch den Matchball zu gewähren, bevor die Zuschauer die Ränge verlassen.

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