Qimonda: Kommentar: Mit Höchstgeschwindigkeit in den Abgrund

Qimonda
Kommentar: Mit Höchstgeschwindigkeit in den Abgrund

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Qimonda-Chef Kin Wah Loh hat den Absturz durch strategische Fehler mit zu verantworten, ist aber auch Opfer der äußerst schwierigen Marktlage. Das Unternehmen spürt einerseits die Folgen des starken Euro, da das Unternehmen viel in Deutschland produziert, seine Chips auf dem Weltmarkt aber in Dollar gehandelt werden.

Andererseits leidet Qimonda unter dem rasanten Preisverfall für Speicherchips für Computer und Spielekonsolen, so genannte DRAMs. Deren Preise sind in den letzten beiden Monaten 2007 um 40 Prozent abgesackt. Der Grund: Die Hersteller haben in den vergangenen Jahren zu viel in neue Produktionsanlagen investiert und überschwemmen jetzt den Markt. Mittlerweile können viele Anbieter mit den Erlösen nicht einmal mehr ihre Kosten decken.

Diese Entwicklung war, wenn auch nicht in derart drastischer Form, von vielen Branchenkennern vorhergesagt worden. Dennoch konzentrierte sich Kin Wah Loh lange auf die Fertigung von DRAM-Chips. Erst vor wenigen Wochen kündigte er an, künftig in Zusammenarbeit mit einem taiwanischen Partner stärker auf Flash-Speicher zu setzen, deren Preise weniger stark unter Druck stehen. Die Neuorientierung kommt reichlich spät.

Infineon gerät durch die Qimonda-Schwäche in eine Zwickmühle. Konzern-Chef Wolfgang Ziebart will die Mehrheit an dem Unternehmen so schnell wie möglich loswerden. Doch dessen Talfahrt drückt den Preis erheblich, den Ziebart dafür verlangen kann. Dabei könnte Infineon frisches Geld gut gebrauchen.

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