Qualifizierung
Auch Reisen bildet

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Pünktlich zum Ende der ersten Sommerreisewelle kriegen es Deutschlands Arbeitnehmer mal wieder knüppeldick: Weil sie nach den Franzosen, Schweden und Dänen den meisten Urlaub haben, sollen sie doch einen Teil ihrer Freizeit für Weiterbildungsmaßnahmen im Betrieb investieren, forderte am Wochenende der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Martin Wansleben. Denn beim Thema Weiterbildung lägen die Deutschen unter den OECD-Ländern, anders als bei der Freizeit, nur im Mittelfeld – und das bei wachsendem Fachkräftemangel. Rein mathematisch geht Wanslebens Rechnung auf: Würden sie sich mit 20 freien Tagen im Jahr wie die Esten begnügen, so hätten die Deutschen satte 10 Tage im Jahr übrig, um die Weiterbildungsangebote ihrer Arbeitgeber zu nutzen. Ein wichtiges Weiterbildungshindernis, die mangelnde Bereitschaft der Unternehmen, zeitweise auf die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter zu verzichten, wäre beseitigt

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Doch um welchen Preis? Am lautesten würde die Reisebranche stöhnen, wenn die Deutschen künftig nur noch einmal im Jahr in Urlaub führen. Die Arbeitsmotivation würden gekürzte Urlaubsansprüche auch nicht gerade fördern. Und ob sie die Weiterbildungszahlen wirklich in die Höhe schnellen ließen, ist fraglich. In den vergangenen Jahren ist die Bereitschaft der Betriebe weiterzubilden gesunken, hat das Statistische Bundesamt gerade herausgefunden. Die beste Bildung, wusste schon Goethe, findet ein gescheiter Mensch auf Reisen. Sie mag zwar ökonomisch nicht unmittelbar verwertbar sein. Doch ist sie ein Wert an sich, ein Kulturgut, das nicht ohne Not ökonomischen Sachzwängen geopfert werden sollte.

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