Quartalszahlen
Commerzbank in Sippenhaft

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Die Commerzbank fährt das beste Halbjahresergebnis ihrer Geschichte ein, aber die Aktie bricht ein. Die Panik an den Märkten kennt kein Halten. Jedem Gerücht, dass auf eine Destabilisierung der Kreditbranche durch die US-Immobilienkrise hindeutet, folgt eine Verkaufswelle bei Bankaktien am Parkett. Kein Wunder, schließlich wäre die Mittelstandsbank IKB wegen Fehlspekulationen mit US-Immobilienkrediten fast in die Insolvenz gerutscht.

Die Commerzbank sieht sich selbst als Fels in der Brandung. Die Botschaft von Finanzchef Eric Strutz in einer Telefonkonferenz mit Analysten war heute: „It may not be nice now to be banker, but its nice to be a Commerzbanker“. Damit will er wohl sagen: Die wohl 80 Millionen Euro Abschreibungen auf US-Kredite sind gegenüber einem zu erwartenden Gewinn von mehr als 1,5 Mrd. Euro zu vernachlässigen. Die steigenden Kreditzinsen erlauben der Bank in Zukunft ein margenträchtigeres Darlehensgeschäft. Und die sinkenden Kurse bei möglichen Übernahmeobjekten, etwa in Osteuropa, eröffnen der Bank neue Chancen.

Die schöne neue Welt der Commerzbank klingt überzeugend. Gemessen daran müssten Anleger die Aktie jetzt kaufen beziehungsweise halten. Doch lässt sich guten Gewissens zum Kauf von Commerzbank-Papieren raten? Nein! Für Privatanleger gilt: Finger weg von Bankaktien, bis die Panik aus dem Markt ist. Wer an Strutz glaubt, kauft dann. Es sei denn, man ist ein eiskalter Zocker.

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