RAG
Hinter der Hacke

Hinter der Hacke ist es dunkel“, war ein Lieblingswort von Finanzminister Steinbrück, als er noch NRW-Regierungschef war. Im Ruhrgebiet will man damit sagen: Mal sehen, wie es ausgeht. Für Werner Müller, den Vorstandschef der RAG, war es leider auch nicht heller hinter der Hacke, als er seine Bilanz vorstellte.Wird er nun der neue Vorsitzende der Kohle-Stiftung oder nicht? Dass parallel eine Geheimrunde von Spitzenpolitikern im Berliner Wirtschaftsministerium zu „Satzungsfragen“ der Stiftung tagte, dürfte die Gewissheit kaum erhöht haben.

Jedenfalls: Um es noch zu werden, hat Müller bei der Bilanzvorlage alles richtig gemacht. Er hat überzeugende Zahlen präsentiert. Er hat versucht, die Rechnungen zu widerlegen, nach denen die Zerschlagung des Konzerns mehr Geld bringen würde als der Börsengang. Er hat vor allem leicht zurückgerudert mit den öffentlich vorgetragenen Ambitionen auf die Spitze der Stiftung. Doch ob das alles reicht? Müller hat nun einmal zuvor – völlig unnötig – den Fehler gemacht, seinen eigenen Namen in den Satzungsentwurf schreiben zu lassen. Getreu dem politischen Prinzip: Schreib’ ich die Vorlage, bestimm’ ich auch, was passiert. Die CDU-geführte Landesregierung bekam so einen Vorgeschmack auf das Selbstbewusstsein des Kohle-Stiftungschefs in spe.

Wenn Stahlmanager Jürgen Großmann demnächst den RWE-Vorsitz übernimmt, würde sich Jürgen Rüttgers irgendwann – in Anlehnung an die Rolle der Krupps – zwei „Herren auf dem Hügel“ des Ruhrgebiets gegenübersehen. Also dort, wo die Landtagswahl 2010 entschieden wird. Rüttgers wird das nicht mögen, doch müsste er erst einmal einen anderen Kandidaten für die Stiftung finden. Müller hat sich in Stellung gebracht. Und die Hacke, die hat er schon mal geschultert.

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