Reformen
Turn-around in Deutschland

Deutschland im Herbst. Bei Opel und Karstadt stehen harte Einschnitte bevor, der Ölpreis bedroht das Wachstum, und in internationalen Vergleichen von OECD, Weltbank oder Bertelsmann-Stiftung rangiert Deutschland nur noch unter ferner liefen.

Doch die Lage ist nicht so trist, wie diese Vergleiche suggerieren. Auf verblüffende Weise ist sie mit der Situation der SPD zu vergleichen. Die verlor die jüngsten Landtagswahlen, entdeckte in ihrem Abschneiden aber gleichwohl mehr als nur einen Funken Hoffnung. Wie für die Regierungspartei, so gilt für das ganze Land: Es gibt durchaus einige Anzeichen für einen Turn-around.

Unter der Führung neuer Chefs haben die Firmen in der Krise zu weiten Teilen ihre Hausaufgaben gemacht: Die Arbeitszeiten werden wieder länger, die Arbeitskosten sinken, die Beschäftigten gehen wieder später in Rente. Die steigende internationale Wettbewerbsfähigkeit zeigt sich an einem deutlich wachsenden Anteil deutscher Produkte am Welthandel. In der gestern veröffentlichten Studie des World Economic Forums kletterten deutsche Unternehmen weltweit auf Rang drei.

Umfragen belegen, dass internationale Investoren den Standort für besser halten, als er aus der Innensicht scheint. Und die Arbeitsmarktreformen greifen bereits, bevor sie in Kraft treten. Selbst die Stimmung – traditionell die Achillesferse der Deutschen – scheint zu drehen. Die Proteste gegen Hartz IV ebbten schnell ab: Offenbar sind viele Deutsche des Jammerns müde und sind bereit, die Ärmel hochzukrempeln.

Deutschland befindet sich, wie es der Wirtschaftsweise Bert Rürup nennt, in einer Phase des „radikalen Reengineerings“. Die Effekte solch tief greifender Umstrukturierungen sind nicht sofort sichtbar, sondern zum Teil erst nach Jahren. Deshalb haben sie sich, was Deutschland angeht, von Ausnahmen abgesehen, auch in den internationalen Rankings noch nicht niedergeschlagen.

Das heißt nicht, dass nicht noch weitere Reformschritte folgen müssen. Aber die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Wer mit Aktien spekuliert, muss sie kaufen, wenn sie unten stehen. Bei der Deutschland AG zeigt sich eine Bodenbildung. Sie hat starkes Kurspotenzial.

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