Reinhard Göhners Doppelrolle bei BDA und CDU schmeckt nicht allen in der Union
Ein gefragter Mann

Reinhard Göhner ist ein gefragter Mann. In der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) arbeitet der 52-Jährige als Hauptgeschäftsführer. Zugleich sitzt er für die CDU seit 1983 als Abgeordneter im Deutschen Bundestag.

BERLIN. Und dies soll auch künftig so sein: Zur Überraschung einiger Unions-Parteifreunde will er erneut für den Bundestag kandidieren - dabei hatte es Anfang des Jahres noch geheißen, er werde nicht wieder antreten.

Reinhard Göhner hat dieses aus seiner eigenen Fraktion gestreute Gerüchte eines Ausstiegs stets dementiert. Er wolle erst im Juni seine Entscheidung bekannt geben, hat er stets betont. Das ist nun geschehen. Und seither wird in der Union intern wieder fleißig über Sinn und Unsinn von Göhners erneuter Kandidatur diskutiert. Der Grund ist derselbe, der zur Jahreswende für die Ausstiegs-Gerüchte sorgte: Damals war der CDU-Mann aus Herford in der öffentlichen Debatte über Nebentätigkeiten von Bundestagsabgeordneten immer wieder als mahnendes Beispiel genannt worden. Seine Doppelfunktion wurde als Beispiel für mögliche Interessenkonflikte angeführt - wiederum in der Unionsfraktion. Dabei ist die Kombination beider Ämter legal. Selbst Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) lobte Göhner, weil dieser alle Nebentätigkeiten immer offen deklariert habe.

Dennoch ist die erneute Kandidatur Göhners vielen in der CDU ein Dorn im Auge, auch wenn sich kaum jemand offen äußern will. "Es ist überfällig, dass er aus der Fraktion austritt", hatte es schon damals auf dem Höhepunkt der Nebentätigkeitsdebatte in der Fraktionsführung der CDU geheißen. Heute sticheln Unionsmitglieder hinter den Kulissen, dass Göhner gelegentlich parteiinterne Stellungnahmen auf Papier mit einem BDA-Kopf abgeben habe.

Andere verweisen darauf, dass es bessere Vorbilder als Göhner gebe: So hatte Ludolf von Wartenberg sein CDU-Bundestagsmandat zurückgegeben, als er Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) wurde. Weil sich BDA und BDI ohnehin traditionell kabbeln, hatte der frühere BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel Göhner denn auch scharf kritisiert.

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