Reisekonzern Tui
Kommentar: Bauchlandung mit Tuifly

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Die Tui, Europas größter Reisekonzern mit angeschlossener Hapag-Lloyd-Containerschifffahrt, kommt aus den schlechten Nachrichten nicht heraus. Jetzt hat das Unternehmen ein Ergebnis vorgelegt, bei dem in der Konzernzentrale die Alarmglocken schrillen müssen.

Das Quartalsergebnis der Touristik für 2007 liegt um fast 67 Prozent unter dem Gewinn des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Sicherlich ist die offizielle Einschätzung richtig, dass eine schwache Buchungsentwicklung im Reisegeschäft im zweiten Quartal für sich noch nicht so dramatisch ist - dies umso mehr, als der Konzern in der für die Bilanz entscheidenden Sommersaison mit kräftigen Buchungszuwächsen und entsprechend steigenden Ergebnisbeiträgen rechnen kann.

Nicht mehr zu verheimlichen ist aber die Bauchlandung von Tuifly. Kurz vor Jahresende noch vollmundig als der kommende europäische Konzernflieger fürs Billig- und Urlaubsfluggeschäft angekündigt, hinterlässt die Fusion des Ferienfliegers Hapagfly mit der Low-Cost-Linie HLX nun deutliche Spuren in der Quartalsbilanz.

Das kommt nicht mehr überraschend, hatte der Konzern doch seine optimistischen Entwicklungsprognosen für Tuifly bereits zurückgeschraubt. Wenn er nun berichten muss, dass die Auslastung der Flotte von über 91 auf gut 79 Prozent zurückgegangen ist, zeigt sich das Fiasko deutlich. Der Schnellschuss, der erklärtermaßen hohe Integrationskosten verursachte, ging offensichtlich daneben.

Klar, dass die Konzernspitze für die zweite Jahreshälfte in vorsichtigem Optimismus macht. Und dass sie da auch die Schifffahrt einbezieht. Allmählich müssten die immer wieder versprochenen Synergieeffekte nach der auch nicht gerade preiswerten Übernahme der Reederei CP Ships vor drei Jahren Geld in die Kassen spülen.

Offen bleibt, ob das magere Tui-Ergebnis den für Anfang September geplanten Start der börsennotierten Tui Travel, der Fusion des Konzernreisegeschäfts mit dem britischen Reiseveranstalter First Choice beeinflusst. Klar, dass Finanzvorstand Reiner Feuerhake heute sagt, dass es nicht so sein wird. Es bleibt abzuwarten, was er morgen und übermorgen sagen muss.

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