Reithofer bleibt länger
BMW setzt ein starkes Zeichen

BMW-Chef Norbert Reithofer soll den Münchener Autobauer weiter führen. Der BMW-Aufsichtsrat verlängert ein Jahr vor Ablauf des Vertrages um weitere fünf Jahre. Das ist ein starkes Zeichen.
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Der 54-jährige Ingenieur hat sich in den vergangenen vier Jahren das Vertrauen des Groaktionärs Quandt und der Arbeitnehmer erarbeitet. Früher als der Konkurrent Daimler kappten die Mnchener die Kosten und stoppten in der Krise die Produktion. Relativ geräuschlos baute BMW 8000 Jobs ab, ohne dass die Belegschaft auf die Barrikaden ging.

Teure Prestigeprojekte wie die Formel 1 oder das Wasserstoffauto wurden gestoppt oder auf Eis gelegt. Stattdessen setzen die Münchener konsequent auf das Elektroauto aus Kohlefaser. Reithofer hat das Glück des Tüchtigen: Rechtzeitig zum Ende seiner Amtszeit springt die Konjunktur an. In China brummt das Geschft und dürfte BMW in diesem Jahr einen Milliardengewinn bescheren.

Dennoch wachsen die Herausforderungen in den kommenden Jahren. Die Weltkonjunktur und vor allem das China-Geschft können sehr schnell kippen. Reithofer will den Sprung in das Kleinwagensegment wagen und versucht ohne Partner den Einstieg in die Elektromobilität. Das ist konsequent, aber sehr riskant. Immer stärker gerät BMW in das Gehege des mächtigen VW-Konzerns, der neben Audi jetzt auch mit Porsche die Münchener in der Oberklasse angreift.

BMW ist einer der letzten Nischenspieler im Autogeschft. Das hat 50 Jahre lang gut funktioniert. Norbert Reithofer hat eigentlich nur einen Auftrag: Die Unabhängigkeit von BMW noch lange zu sichern.

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