Rente
Altweibersommer

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Aus diesen beiden Zahlen lässt sich trefflich politisches Kapital schlagen. Um 1,03 Prozent sollen die Renten im nächsten Jahr steigen. Das ist mehr als in den letzten vier Jahren. Nach Abzug von Inflation und höheren Pflegebeiträgen bleibt den Ruheständlern unterm Strich gleichwohl ein Minus. Derweil schlummern heimlich 11,5 Milliarden Euro in den Reserven der Alterskassen, und bald schon sollen es 25 Milliarden sein.

Da ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Gefühlspolitiker aller Parteien nach der Arbeitslosenkasse die Rente als neues Spielfeld entdecken. Schon verlangen Linkspartei und DGB einen Nachschlag für Senioren. Die SPD-Linke hat die Forderung nach teuren Ausnahmen von der Rente mit 67 nur aus taktischen Gründen zurückgestellt. Und manchen Unions-Wirtschaftspolitiker juckt es in den Fingern, die Rentenreserven per Beitragssenkung an die Wähler zu verteilen.

Man kann nur hoffen, dass das Ziel einer nachhaltigen Rentenpolitik für solche kurzfristigen PR-Manöver nicht leichtfertig geopfert wird. Tatsächlich erleben die Alterskassen derzeit nämlich konjunkturell bedingt einen Altweibersommer. Das ändert nichts daran, dass der demografische Winter vor der Tür steht. Für gerade mal 22 Tage reichen die derzeitigen Milliarden-Rücklagen. Sie werden nicht verhindern, dass wegen der Alterung der Gesellschaft ab 2020 der Beitrag deutlich steigen und die Leistungen für die künftigen Rentner massiv gesenkt werden müssen.

Schon die Mini-Erhöhung 2008 belastet die Alterskassen dauerhaft mit zwei Milliarden Euro. Auf sie haben die Senioren nach der geltenden Rentenformel einen Anspruch. Doch jede weitere Wohltat verbietet sich. Sie wäre ein eklatanter Verstoß gegen die Generationengerechtigkeit.

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