Rente
Revolution mit Adam Riese

Manchmal vollziehen sich die wahren Revolutionen im Verborgenen. Inmitten der lautstarken Debatten über Klimaschutz und Kinderbetreuung hat der Bundestag die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre beschlossen. Damit zeigt die schwarz-rote Koalition einen beachtlichen Mut zum Handeln, den sie anderswo leider vermissen lässt. Kein Alterssicherungssystem der Welt, übrigens auch nicht die private Rentenversicherung, kann die Leistungen auf Dauer unverändert lassen, wenn die Menschen immer länger leben. So ähnelt die Ablehnung der Reform durch Gewerkschaften und FDP einem Aufstand gegen Adam Riese.

Natürlich erscheint es zunächst problematisch, die Lebensarbeitszeit zu verlängern, wenn heute kaum noch über 60-Jährige in den Betrieben anzutreffen sind. Doch in einer schrumpfenden Gesellschaft wird das bald anders aussehen: Dann werden Fachkräfte fehlen. Dringend erforderlich ist es also, den Irrweg der jahrzehntelangen Frühverrentung zu beenden und stattdessen die Qualifizierung älterer Arbeitnehmer voranzutreiben. Bis 2030 dürfte die Lebenserwartung der 65-Jährigen um weitere drei Jahre steigen. Weshalb sollten sie dann nicht zwei Jahre länger arbeiten können?

Eine alternde Gesellschaft muss umdenken. Die Rente mit 67 ist da ein Meilenstein. Zur Wahrheit gehört, dass das Verdienst dafür nicht der Verbalreformerin Merkel, sondern ihrem SPD-Vize Müntefering gebührt. Leider glaubten die Fraktionen, nicht ganz ohne Tricksereien auskommen zu können. Ihre aberwitzige Ausnahmeregelung für langjährig Versicherte, die letztlich den öffentlichen Dienst mit zwei Milliarden Euro subventioniert, muss bei nächster Gelegenheit gestrichen werden. Die Drohungen des DGB mit einer Klage gegen die vermeintliche Wohltat zeigen: Niemand wird sie vermissen.

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